Exkurs – Leben am Rande der Konventionen und (staatlichen) Regelungen

Viele Freunde und Bekannte sind vor unserem Start auf uns zugekommen: wie macht ihr das? Weltreise mit 3 schulpflichtigen Kindern!?! Und was ist danach mit eurer Existenz? Und später im Alter? Und ist euch die Schulbildung eurer Kinder nicht wichtig?

Viele Fragen, die Ängste und Denken in den gewohnten Strukturen zum Ausdruck bringen.

Und wenn man in diesen Systemgrenzen denkt, auch vollkommen berechtigt, sich solche Gedanken zu machen.

Aber wir haben uns für einen anderen Weg entschieden: uns nicht durch gesellschaftliche Normen und Strukturen einschränken zu lassen, sondern unseren eigenen Weg zu finden.

Und das fing mit der grundlegenden Frage nach der Schulpflicht an. Diese stellen wir auch grundsätzlich nicht in Frage. Trotzdem wollten wir über den Rahmen der Schulferien hinaus auf Reise gehen.

Und da gibt es mehrere Optionen:

  1. Temporäre Befreiung der Kinder aus der Schule. Da aber die Schule der Kinder noch neu ist, sich noch in der Phase des Aufbaus und Etablierung befindet, war dies seitens der Schule nicht möglich.
  2. Umsiedeln nach Österreich oder ein anderes Land, dass Unterrichtspflicht anstatt Schulpflicht hat. Wo man also selbst ortsunabhängig unterrichten kann. Das war ein möglicher Weg, wir haben uns aber aus verschiedenen Überlegungen für einen anderen Weg entschieden, u.a. da wir dann einen Wohnsitz in Österreich hätten gründen müssen.
  3. Wir haben uns für die uns bekannte 3. Alternative entschieden. Wir haben uns und die Kinder in Deutschland abgemeldet und reisend gemeldet. Damit fallen wir aus der Schulpflicht in Deutschland raus. Es hat aber auch weitere Konsequenzen. U.a. gibt es dann eben auch kein Kindergeld mehr. Aber das nehmen wir in Kauf.

Allerdings wollen wir auch nicht auf die Schulbildung unserer Kinder verzichten. Unser Ziel ist es, dass die Kinder in der Klassenstufe weitermachen können, wo sie dann altersmäßig sind.

Ob uns das gelingt? Wir wissen es nicht. Aber wir wissen, dass unsere Kinder beim Reisen ganz viel lernen. Sie setzen sich mit dem Organisieren des Reisens, mit dem Einfinden und Zurechtfinden an neuen Orten und in neuen Strukturen aus einander. Sie begegnen Menschen anderer kultureller Herkunft und Sprache und sie lernen, das es mehr als Christentum, europäischen Reichtum und die deutsche Sprache und Kultur gibt. Das es manchmal schwierig und einschränkend ist, sich in einem neuen Umfeld und einer fremden Kultur zu bewegen, aber dass das ein Zeichen von Respekt und Wertschätzung ist, sich auf die fremden Rahmenbedingungen einzulassen und damit klar zu kommen.

Und gerade beim Essen ist das von Tag zu Tag wieder eine Herausforderung: das schmeckt aber anders als zuhause, das schmeckt mir nicht! Ich will Pizza und Pommes.

Und ja, wir lassen unsere Kinder nicht verhungern. 😉

Aber freuen uns über jeden Anlauf von ihnen, mal was Neues und Fremdes zu probieren. Und werden immer mal wieder positiv überrascht. ☺️

Aber heute machen wir auch mal einen Abstecher zum „Goldenen M“, um ihnen ein wenig bekannten Geschmack zu gönnen.

Hinsichtlich der anderen Vorbehalte, Einschränkungen und Fall backs. Ja, es fehlen dann ein paar Monate in der Rentenkasse. Aber wo man eh schon nicht viel gesetzliche Rente bekommt, kommt es aus unserer Sicht auf die fehlenden Einzahlungen einzelner Monate auch nicht mehr drauf an.

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