Weiter gehts…

Wir reisen weiter – wenn man auf die Karte schaut immerhin 3km. Unsere räumlichen Distanzen sind immer kürzer geworden. Doch auch hier umfasst die innere Reise so viel mehr!

Wir haben endlich unser Zuhause gefunden und haben es in kürzester Zeit in eine riesige Baustelle verwandelt…und das ist es immer noch. Und Olaf hat seitdem einen Zweitjob für die Abend- (und Morgen-)stunden Doch es dauert nicht mehr lang, dann füllen wir unsere Baustelle mit buntem Leben – es wird wunderschön! Unser eigenes mit einem so großem Garten, was wir mittlerweile schon an den ersten warmen Tagen genossen haben! Unser Zuhause, was wir uns so gestalten, wie wir es ausmalen! Wir freuen uns!
Also, mal wieder Kisten packen – darin sind wir ja geübt… und wie ihr seht, nutze ich die Zeit zum Schreiben statt Kisten zu packen 😉 doch ich bin an unserer Blogseite hängen geblieben und habe unsere Beiträge von unserer Weltreise gelesen – so schön – da meldet sich wieder das Fernweh!
Ein verrücktes Jahr liegt hinter uns. Vor fast einem Jahr kam unser kleiner Jona noch zu uns! Unser kleiner Sonnenschein, der von seinen Schwester geliebt und für das Leben vorbereitet und abgehärtet wird! Unser gemeinsames Leben ist so wundervoll!
Olaf und ich sind so ein unglaubliches Team und das sind wir genau durch unsere Reise geworden! Wir kommunizieren zur Zeit mehr am Handy, als dass wir uns zu Haus über den Weg laufen, der eine kommt ins Bett, wenn der andere schon schläft und morgens reichen wir uns die Tasse Kaffee im vorbei gehen in die Hand! Und ich bewundere seine Energie, mit der er unser Zuhause aufbaut! So großartig!
Ich freue mich so sehr über das, was ist und was noch kommen darf!


Ein Jahr Rödelsee

Seit einem Jahr leben wir nun in Rödelsee. Vor 2 Jahren waren wir zu der Zeit grad nach Neuseeland geflogen. Etwas, was wir uns derzeit gar nicht vorstellen könnten, weil es gar nicht möglich ist. Derzeit  ist es vorbei mit der Reisefreiheit.
Wir sind dankbar über diese Freiheit, die wir erleben und genießen durften. Es gab auf unserer Reise keine Krisensituation, jedenfalls keine äußerlichen. Im Inneren sind wir genug Krisen durchlaufen.

Und nun erleben wir die Welt genau im Gegenteil, im ganz kleinen Umkreis bewegen wir uns. Doch es ist „fast“ wie zu Weltreisezeiten. Wir haben eine ganz intensive Zeit zu 6t. (Ja, mittlerweile sind wir nochmals gewachsen) Viele verschiedene Bedürfnisse kommen wieder auf den Tisch, weglaufen brauchen wir da nicht. Sie bleiben eh dort liegen um gesehen zu werden. Und wir haben grad die Zeit uns damit auseinander zu setzen.
Und es kommen auf einmal noch mehr herausfordernde Situationen auf uns zu – ungeplante Krankenhausaufenthalte unseres kleinen Jona, die uns nochmals dankbar auf unser gesundes Jahr 2018 blicken lassen, die uns allerdings im Moment wiederum auch zusammenschweißen. Die uns helfen und uns zeigen, wie wichtig es ist immer wieder ins Vertrauen zu kommen und bei uns zu bleiben und zu sein!

Also, wieder ganz neue ungewohnte und überraschende Wege… Und Zeit zum Innehalten!

Neue Wege

Unser neues Reiseziel: Richtung Würzburg! Und da endet unsere Reise erst einmal für eine unbestimmte Zeit…Olaf wird zum März das Arbeiten wieder anfangen. Zwar wissen wir derzeit noch nicht genau wo und wie wir wohnen werden, da hat es noch ein paar Besichtigungstermine in nächster Zeit. Aber wenn sich etwas gefunden hat, geben wir unseren Reise- und Besucherstatus auf und werden wieder etwas ruhiger und lokaler!

Ich freu mich auf unser neues Zuhause nach der Reise

Die Aufregung steigt…

Die Koffer sind gepackt (fast zumindest)…

Die Mädels konnten vor Aufregung kaum einschlafen – so aufgeregt sind sie (wir auch).

Auch ein wenig Wehmut schwingt mit. Ein so unglaublich tolles, langes, aufregendes, lehrreiches Jahr voller Erlebnisse liegt hinter uns! Wirklich unglaublich!!

Unser Wohnmobil haben wir bereits abgegeben. Wir hatten noch einen Rekord in Nachttemperaturen aufgestellt (bei -10Grad sind uns die Fenster sogar von innen gefroren).

Wir freuen uns auf EUCH! Wir haben uns über jede einzelne Nachricht von euch gefreut, es war so schön euch mit euren Grüßen, Gedanken und Nachrichten bei uns zu wissen und zu tragen! Herzlichen Dank dafür!!!

Abschied

So langsam müssen wir uns verabschieden. Mit Olafs Geburtstag sind nun auch alle Geburtstage „durch“. Wir sind alle 1 Jahr älter geworden. 

Unsere Tage sind nun bis zum Abflug gezählt und verplant (wir haben noch einige Kilometer vor uns). Das machen sie sehr schnell. Wir werden noch einige Sachen auf der Strecke lassen, aussortieren von Dingen, die sich angesammelt haben. Damit wir wieder leichter heim kommen ? Wohl eher nicht. Wir bringen u.a. das Bike mit. Eins mehr für unsere Sammlung 😊

Wir haben seit den Grand Canyon unsere Reiseroute nochmals verändert und sind der Sonne hinterher (das haben wir in dem Jahr nun schon des Öfteren getan) und sind in Arizona hängengeblieben. Hier hat’s Sonne, geniale Bike Strecken und Kakteen ohne Ende! Da hatten wir in der Tat beim Radeln manchmal etwas Schiss in den Stacheln zu landen (und die sind echt fies)!

Und nun sitzen Olaf und ich hier, reden über das Jahr. Über dieses unglaublich tolle Jahr. Mit einem so steinig harten Beginn, wir haben euch teilhaben lassen und haben uns geöffnet und gezeigt, dass wir anfangs das gemeinsame nicht gefunden haben, dass wir noch nicht einmal den anderen als Partner gefunden haben. Aber so hart es auch war, hatte ich nie das Gefühl, dass es keinen Sinn (mehr) macht. Es hat sich immer richtig angefühlt und wir haben unseren Weg gefunden! Wir waren mutig uns zu stellen und haben damit unsere Reise möglich gemacht.

Wir wissen nun, wem wir gegenüber sitzen (es braucht aber vielleicht noch einige weitere Reisen), und wir wissen, dass wir uns lieben. Wir sind dankbar für diese wertvolle Zeit, die wir erleben durften. Wir sind überglücklich über unsere Kinder, die uns so sehr bereichern und die wir in ihr Leben begleiten dürfen. Wir sind WIR!

…Und wir kommen wieder! Nächsten Donnerstag sind wir zurück!

 

Wüste(n) Worte!?

Unsere Blogbeiträge haben sich in letzter Zeit der Vegetation angepasst: aus vollen satten Wäldern ging es über einen Abstecher am Meer in immer trockenere und kargere Landschaften und angekommen sind wir im Death Valley. Heißt das jetzt wir haben nichts mehr zu schreiben? Zumal unsere Reise sich dem Ende neigt.

NEIN, unsere Erlebnisse reißen nicht ab, das Staunen lässt uns weiterhin nicht los. Wir waren in vielen Nationalparks und haben es neben der beeindruckenden Landschaften genossen offline zu sein. Wirklich mal not available! 

Zu unserer Reiseroute im Schnelldurchlauf (keine Zeit für große Worte😉):

Olympic Nationalpark

Autoverkauf in Portland (endlich!!)

Crater Lake Nationalpark

Redwoods Nationalpark – unglaublich diese Baumriesen!!

San Franzisco – Alcatrazbesichtigung

Yosemite NP 

Sequoia NP – wieder haben wir Baumriesen um uns herum!

genug gewandert: ab ans Meer nach Carlsbad 

San Diego – Zoo (wir haben noch nie so einen riesigen Zoo gesehen und der Tag war dafür viel zu kurz), Old Town Park 

Wir sagen Lebe wohl zum Meer, auf dieser Reise werden wir es nicht wieder sehen…

Joshua Tree NP

Mojave National Reserve

Death Valley

Wir sind im „wenigen“ angekommen, im Nichts!? Nein, in der Stille, in der Ruhe. In großer weiter Kargheit mit tollen Felsfarbspielen. Seit den Wüstenregionen fühlen wir uns, aber vor allem die Mädels sich, auf den Spuren der Rothäuten und Bleichgesichtern, wir lesen für die Mädels Indianergeschichten und schminken sie und tanzen ums Lagerfeuer…

Und das schöne ist: wir haben noch ganze 3 Wochen!!

Was erwartet uns unter anderem noch: Glücksspiel in Las Vegas 😊

Zurück in die USA

Nach fast drei Wochen haben wir Vancouver verlassen, es geht zurück in die USA – die Westküste runter.

Am Grenzübergang gab’s leichte Verzögerungen mit unserem Auto. „That‘s your car? And you want to sell it again? Mmmh, das geht nicht😳 wir haben ja nur ein Touristenvisum, das beinhaltet keinen Autokauf/-Verkauf. Klar, total verständlich. Ok, an einen Händler dürfen wir es verkaufen, aber nicht privat… Naja, wenn die wüssten, dass wir auch noch nicht einmal den Fahrzeugbrief haben…

Wir sind jetzt mit Cruise America unterwegs – unserem Mietwohnmobil für die nächsten 2 Monate. In der Rentalstation ist alles etwas rustikaler als bei den Vermietungsstationen in Kanada, auch das Personal. Lini war begeistert von dem halbstündigen Einführungsfilm – sie hat sich jedes Detail gemerkt und erklärt uns nun, wie unser Wohnmobil funktioniert bzw. was wir wieder falsch gemacht haben 😂

Erste Station: Mal wieder zum Walmart, dort haben wir uns eingerichtet und fehlendes ergänzt und die Ladys das Wohnmobil bis ins letzte Eck erkundet.

Zwei Themen begleiteten uns weiterhin. Gretas zweite Impfung und der Autoverkauf bzw. das Warten auf den Fahrzeugbrief…

Zum erstens Thema: wir gingen zu einer Walk-in Clinic. (Eins ist klar: hier besteht das Leben aus Drive thru‘s und Walk in‘s)

Ja, wir wollen nur eine Impfung, die zweite Auffrischung. Nein, nur das bereits geimpfte, nichts Neues. Nichts geht über eine amerikanische U-Untersuchung… Greta bewegt sich bestens in den Perzentilenbereichen für Gewicht, Größe, Kopfumfang. She is so great and so healthy. Prima, danach hatten wir nicht gefragt – das wissen wir. Wie wäre es jetzt mit der Impfung!? Ja, immer noch die zweite Auffrischung. Irgendwann hatten wir bzw. Greta sie bekommen… zusätzlich noch Infoblätter, wieviel sie essen darf und wieviel Schmerzmittel wir geben dürfen… oh Mann…

Gut, nach 2 Stunden geschafft…

Dann ging es weiter, allerdings Doppel mobil. Olaf im Wohnmobil und ich mit den Ladys im Auto, an Seattle vorbei. Wir parkten das Auto in Olympia an der Straße und holen es in 4 Tagen dort wieder ab.  In der Zeit erkunden wir den Olympic Nationalpark und gewöhnen uns an unser neues Zuhause☺️ und tauchen endlich wieder in die Wildnis ein 👏

Rund um Vancouver

Immer noch sind wir in und um Vancouver unterwegs und können uns von dem Fleck noch nicht lösen. Einfach zu schön!

Nach den ersten Tagen in unserem Airbnb Appartement sind wir mal wieder in ein Wohnmobil umgestiegen, sind mit der Fähre nach Vancouver Island gefahren (mal ganz entspannt) und haben dort tolle Orte und wilde Natur erkundet. Und endlich Schwarzbären sehen und beobachten können!!

Die Orte Tofino und Ucluelet wirkten so unendlich ruhig, zeitlos, für mich waren das gefühlt Orte auf der anderen Seite der Welt (oder des Lebens!?).

Die Regentage haben wir u.a. mit einem Besuch in einem genialen Aquarium verbracht mit sogenannter Touch-Zone, wo wir Seeigel, Seesterne, Muscheln, Anemonen und vieles mehr berühren durften sowie mit einem Schwimmbadbesuch im Seniorenzentrum (auch da war die Zeit stehen geblieben😉).

Wir lebten einmal mehr von Lagerfeuer mit Stockbrot und Lina und Frida entwickelten sich zu Kokel-Profis!

Zur Zeit sind wir Stadtcamper, mal eine Nacht auf dem Walmart-Parkplatz (eine sogenannte Wal-Nacht😉), das ist nämlich hier erlaubt, dann mal wieder am Berg, oder auf einem Stadtcampingplatz (die Sardinenpackung), aber alles nur halb so schlimm oder schön, denn tagsüber treiben wir uns viel am Mount Fromme herum, der Bike-Berg von Vancouver mit genialen Downhills. Das bikefieber hat uns gepackt! Wir geben Gas und haben Spaß! Und Lina fährt hier auch schon ihre ersten Downhills. Super cool! Und Frida rennt die Trails bergab ohne Pause! Uns gehts gut!

Auch haben wir beschlossen keine Appartements mehr zu mieten, genug erfahren und gesehen. Wir wollen zurück zum Wohnmobil. Also, nächster Schritt Wohnmobil her, Auto weg…

Wieder am Meer

Wir haben es geschafft: wir sind quer durch Nordamerika, von der Ostküste bis zur Westküste. Unser Auto war ein treuer Begleiter, drei Werkstatttage hat es zwischendrin gebraucht um uns gut hier her zu bringen (komische Geräusche macht es immer noch oder schon wieder – egal, zweitrangig…)

Voll bepackt mit tollen Erlebnissen und Eindrücken, haben wir unser Reisegepäck noch zusätzlich erweitert und zwar um ein Endurobike (vielleicht haben wir mittlerweile Übergepäck und unser Auto macht deswegen etwas schlapp!?). Also, wir sind wieder im Sport dabei! Olaf hat auch gleich den bikepark in Whistler unsicher gemacht. Ich hab mich da noch etwas zurück gehalten, saß aber immerhin auch schon wieder auf dem Rad nach einer gefühlten Ewigkeit. Und Lini übt auch schon fleißig Treppen und Wurzelwege zu fahren!

Was wir auf unser Querung auch gesammelt haben, sind die zahlreichen Quartiere, die wir mittlerweile bewohnt haben. Etliche Hotels für die Durchreisen, tolle Appartements, von einfach, gemütlich, funktionell, groß und klein, schon möbliert bis karg… was wir immer geschafft haben, war das anzukommen, uns wohl zu führen, die Plätze mit uns zu füllen. Jeder hatte was spezielles und der Ankunftstag ist immer eher schwergängig, aber das kennen wir nun mittlerweile! In unserer jetzigen Wohnung, flog uns schon zwei Mal die Sicherung raus, weil ich auf die absurde Idee gekommen bin den Wasserkocher zu benutzen, obwohl schon die elektrische Heizung in der Steckdose steckte… von den vier Glühbirnen im Bad geht immerhin eine und Messer hat’s zwei, Gläser gibts keine. Praktisch, brauchen wir gar nicht viel spülen! (Auch ein Grund für unser erweitertes Reisegepäck: eine Küchenkiste mit allerlei Grundausstattung)

Einerseits sind unsere Wohnerlebnisse amüsant, andererseits kosten sie auch Energie. Und in mir wächst grad wieder mehr der Wunsch nach etwas Beständigkeit. Bisher haben wir noch keinen weiteren Plan für die Westküste und auch nicht für den Anschluss. Ursprünglich dachten wir an Südamerika, sind uns aber nicht mehr sicher. Wir warten es ab. Bisher hat sich immer ein Weg aufgetan, nur nicht drängeln. Es wird sich finden und somit bleibt es spannend!

 

Hinterher sein…

– wir sind den Tagen hinterher, denn mittlerweile ist es völlig egal, ob wochentags oder Wochenende. Aber ein Tag war definitiv fix: Frida ist 3 Jahre geworden (wenn man sie fragt, ist sie allerdings schon 4. ich bin jedoch froh, ist sie erst 3 😉)

– wir sind dem BlogBeitrag schreiben hinterher. Der letzte Beitrag ist doch schon eine Weile her. Manch einer könnte denken nach 8 Monaten Reisen erlebt man nichts mehr – dem ist allerdings nicht so. Es reißt nicht ab, nur wir hängen grad ein wenig durch, Gretas Nächte sind so unruhig und die letzten Wochen haben wir wandermäßig etwas Gas gegeben (also in der Leistungsklasse 3 Kinder mit abschnittsweise 2 Tragekindern), dass wir abends meistens hundemüde ins Bett gefallen sind.

– wir trauern unserem Wohnmobil hinterher. Denn wir hatten kurzfristig für 11 Tage ein Wohnmobil gemietet und damit den Banff und Jasper Nationalpark erkundet. Um es pünktlich in Calgary abzuholen haben wir mal eben „schnell“ in zwei Tagen 2300km mit unserem Auto zurückgelegt. Das war echt Wahnsinn, aber wir sind pünktlich zur Übergabe dort gewesen. Uns erwartete ein für unsere Verhältnisse Riesenmobil mit ausfahrbarer Sitzecke, krasses Teil. Aber wenn wir uns so umgeschaut hatten, waren wir eher noch in der kleineren Klasse unterwegs (hier ist irgendwie alles etwas größer, klobiger, der Motor röhrte wie ein LKW und schluckte Benzin ohne Ende). Unsere Tage füllten sich mit Wandern und Lagerfeuer mit Stockbrot machen.

– die Nationalparks – so ein Naturtraum und das Zuhause vieler Tiere: Schwarzbären, Grizzlybären (vor deren Begegnung ich allerdings ein bisschen Schiss habe), Elch und Hirsch, Bergziege und Bighorn Schaf… also waren wir auch diesen Tierbegegnungen hinterher. Olaf stellte zwei mal morgens den Wecker um schon früh auf der Strecke zu sein, aber vergeblich. Das einzige was wir sahen, waren Eichhörnchen… und Olaf war den restlichen Tag hundemüde… doch letztendlich hatten wir noch Glück und sahen (tagsüber) Hirsche aus nächster Nähe, elegante Tiere!

– aktuell sind wir den warmen Herbsttempetaturen hinterher. Es hat hier rund um Calgary und Banff und Yoho Nationalpark grad um die null Grad mit Schnee- Fridas erster Geburtstsg mit Schneefall. Ein tolle schneebedeckte Berglandschaft zum anschauen (ich hab auf YouTube auch schon mal die Klassiker Winterwonderland und Last Christmas gehört, und dieses Jahr würd ich sogar auch schon im September Lebkuchen essen😉) nur fehlen uns ein wenig die Winterklamotten und wir frieren ein bisschen vor uns hin.

– und was noch: Greta ist ihren Schwestern hinterher. Sie zieht sich überall hoch, lässt auch schon mal kurz beide Hände los und ist weiterhin unser entspannter Wonneproppen!

Ruhepause

Über zwei Wochen Farmaufenthalt liegen hinter uns und für uns war es eine Ruhephase in unserer Reisezeit. Kein Koffer packen, kein abendliches Route planen, keine langen Autofahrten. Ruhe. Also, Ruhe ist so gesehen relativ:

Gelandet sind wir auf Amys und Troys kleiner Farm bei New Era, östlich vom Lake Michigan. Sie haben drei Kinder, zwei von ihnen im Alter von Frida und Lina. Gewohnt haben wir bei Ihnen mit ihm Haus, die Großmutter war auch gerade zu Besuch, so wie Freunde, die immer mal ein und Haus gingen, einen „Untermieter“ im Zelt, einige Fahradfahrer, die für eine Nacht im Garten zelteten und die Gelegenheit für eine warme Dusche nutzen konnten. Es war ein Haus mit offenen Türen. Und es war wunderbar mit zu erleben, wie das Leben in solch einer Gemeinschaft verlaufen kann. Wir haben uns von Anfang an wohl gefühlt in ihrem Blockhaus, umgeben von Natur und nichts anderem. Umgeben von einer gemütlichen Atmosphäre. Wir waren für diese Zeit die Begleiter ihres Weges und sie die Begleiter unserer Reise.

Der Deal war, dass wir bei Ihnen wohnen durften und Olaf in der Zeit auf dem Hof mit arbeitet. Es war wunderbar. Olaf genoss das handwerkliche Arbeiten, es machte ihm so viel Spaß mit Troy zusammen Projekte zu beenden oder voranzutreiben. Alle drei Ladys genossen die anderen Kinder und alle Spielmöglichkeiten, ihre Tage bestanden oftmals nur aus Spielen – von morgens bis abends (und die Sprache stellte selten ein Hindernis dar)! Und ich genoss es „nichts“ zu machen, freute mich darüber zu kochen, zu backen, mit den Ladys zu spielen, die Familie und ihr Leben zu erleben.

Es war eine tolle Zeit für uns alle! Wir machten gemeinsame Ausflüge an den Lake Michigan, Floating down the River, Olaf war mit Lini das erste Mal angeln, wir machten Lagerfeuer, einmal in amerikanischer Version mit Marshmallows, einmal in deutscher mit Stockbrot, beobachteten Küken beim schlüpfen und fütterten tagtäglich die Ziegen… mit Freunden wurde abends Musik gespielt und Kässpatzen kennen Sie nun auch!

Mittlerweile sind wir wieder on the Road. Es kam der Moment des Abschieds. Ein trauriger für uns alle! Wir vermissen unsere Farm, aber es war für Olaf und mich der richtige Zeitpunkt gekommen weiter zu reisen, denn wir haben schon viele neue Pläne!

Hinein ins Farm-Leben

Wir haben viel erlebt in der Zwischenzeit und waren zu müde um zu schreiben. Abends fallen wir oft einfach nur müde ins Bett. Aber nun!

Unsere Abenteuer:

Nach unserem Besuch in Ottawa mit viel Regen, Feueralarm im Museum (Fridas Erklärung dazu: die Käfer und Fische waren ausgebüchst&mussten wieder eingefangen werden) und zuvor im Skigebiet Montreals in Saint-Saveur (die Berge sind dort allerdings nur kleine Hügel) hat es uns ins Grüne gezogen – zurück in die Natur!

Auf die Better Farm in ein kleines, feines Holzhäuschen. Eine Biofarm, mit Schweinen, Hühnern, Alpakas, Pferden, Hunden und Katzen. Also, ein bunter Haufen. Der Grundgedanke der Farm ist möglichst nachhaltig, Selbstversorgend aufgestellt zu sein, prinzipiell ein guter Gedanken. Allerdings gab es so viel Potential zur Verbesserung, dass es uns unter den Fingernägeln gejuckt hat dort mit anzupacken. Leider war das Verständnis von Sauberkeit auch ein anderes, organic verstand sich dort vielleicht auch darin, dass Putzen ganz zu lassen, immerhin war die Farmbesitzerin auch die meiste Zeit mit telefonieren beschäftigt.

Nichts desto trotz haben wir sehr netten Menschen getroffen ( wir als Familie waren dort allerdings schon exotisch)  und wir befanden uns in einer traumhaft schönen Umgebung: Thousand Islands bei Alexandria Bay! Das war uns eine Schifffahrt wert von der man die vielen kleinen und großen Inseln bestaunen konnte. Wir hätten dort schon das ein oder andere Haus für uns gefunden!

Nächster Stopp auf der Durchfahrt war Kingston am Lake Ontario: ein sehr gemütliches Städtchen mit dem besten Eis unserer Reise bisher (das muss erwähnt werden) und dann ging es nach Toronto: Eine Betonstadt, die uns gar nicht zu gesagt hat. Die Bebauung sehr unstimmig und statt Grünfläche gab es wohl Beton im Sonderangebot.

Schnell weg zum Naturschauspiel der Niagara Fälle. Der Ort war nicht schöner, dafür die Wasserfälle wahnsinnig beeindruckend! Und da es unser Hochzeitstag war, gönnten wir uns eine Hotelübernachtung mit Blick auf die Wasserfälle, die abends sogar beleuchtet wurden. Wunderbar! Alle standen wir beeindruckt von den Wassermassen am Fenster! Ein Blick hinter die Wasserfälle hörte sich vielversprechender an als es war, wiedergefunden haben wir uns in einer Art Kellertunnel mit kleinen Guckfenstern und völlig überfüllt. Toll war dann allerdings nochmal die Stromschnellen flussabwärts zu bestaunen. Sie zählen mit zu den gefährlichsten der Welt.

Es folgten längere Autofahrstrecken mit Motelübernachtungen in London und Ann  Arbor und Besuch vom Henry Ford Museum bei Detroit.

Ubd dann befanden wir uns auf dem Weg nach Chicago. Glücklich doch noch eine etwas preisgünstigere Unterkunft gefunden zu haben. Während der Autofahrt meinte ich dann mal recherchieren zu müssen, wie gefährlich denn nun Chicago wirklich ist. Der Ruf eilt ja voraus. Also, die South Side war wohl die kritische Gegend, mmhh ein bisschen südlich sollte unser Quartier auch sein, ich recherchierte Straßen und Stadtteile. Englewood las ich da des Öfteren – kein Ort für Touristen. Naja, wollen wir ja auch nicht hin. Noch mal eben den Stadtteil unserer Unterkunft gegen gecheckt: jau – Volltreffer: Englewood (darum wars wohl auch so günstig). Ich sah uns schon in irgendwelchen Straßenschießereien, zumal es schon etwas späterer Abend war. Das Ende vom Lied: wir buchten uns ein Hotel im Stadtzentrum und ich fühlte mich sicher😊

Wir haben auch hier uns den Eindruck der Stadt erlaufen mit Bollerwagen und die Mädels mit ihren Rollern und es ist definitiv eine tolle Stadt mit spannender und beeindruckender Architektur. Sehr schön! Und jetzt wissen wir immerhin auch, welche Stadtteile wir beim nächsten Mal von vorne herein meiden!

Morgen gehts dann wieder in die Natur, an die Ostseite vom Lake Michigan. Eine Woche wieder auf eine organic Farm, nur diesmal mit Arbeitseinsatz-wir freuen uns darauf!

Durchatmen in der Natur und ab nach Kanada

Nach unserem Städte-Marathon hat es uns in die Natur gerufen. Wir brauchten Ruhe und Wald und Wiese und einen See – es ging an den Lake Champlain, im Norden des Bundesstaats New York.

Wir sind in einem kleinen B&B Appartement untergekommen und herzlich empfangen wurden, u.a. von einer Horde Hühner, die quer über den Hof marschierten. Morgens wurden wir somit verwöhnt von frischen Eiern! Was braucht’s mehr!?

wir haben die Tage dort mit Entspannen und Baden im See verbraucht – nicht mehr und nicht weniger – denn es hat uns ausgefüllt! Auch Greta war glücklich im See. Mittlerweile sitzt sie und krabbelt und so saß sie planschend im Wasser und hat ihren Schwestern zugeschaut! So schön anzusehen wie mobil sie auf einmal geworden ist!

Mir ist es recht schwer gefallen mich von dem Quartier nach 3 Nächten wieder zu verabschieden. Es war einfach traumhaft schön dort, denn es war einfach kein Troubel drum herum. Nur wir! Und so herzliche Menschen, die sich um uns gesorgt haben und unseren Aufenthalt sehr besonders gemacht haben!

Nach 3 Nächten ging es also weiter. Nach Kanada! Nach Montreal – wir sind eingetaucht in eine entspannte, ruhige Großstadt und fühlten uns hier von Anfang an sehr wohl. Es ist sehr französisch geprägt, und vielleicht ist es eben auch das europäische, was uns zu Hause fühlen lässt. Und leckere Croissants am Morgen!

Wir haben unseren Aufenthalt um 2 weitere Nächte verlängert. Genießen die kleinen Cafés und Restaurants und ich freue mich über einen Kaffee in einer Tasse – Ja, auch das gibt es noch- kein Plastik, kein Styropor, kein Pappbecher, EINFACH in einer TASSE!

Ja, und wie geht es uns miteinander? Keiner traut sich zu fragen, weil wir den Anfang unserer Reise brauchten um zu erfahren, mit wem wir denn hier überhaupt unterwegs sind! Und dafür brauchten wir unsere Zeit! So viel Nähe, die sonst mit Alltagsdingen verdrängt wurde, stand leer zwischen uns und wollte gefüllt werden. Und das tuen wir kontinuierlich. Manchmal räumen wir unseren Raum wieder ein bisschen um, das es besser passt, probieren, rücken hier und dort, manchmal sind wir mehr in unseren eigenen Räumen unterwegs und treffen uns dann wieder im Beziehungsraum. Aber auch das weiterhin eine Übungssache für uns! Und wir werden besser!

Und die Ladys sind wild, frech und wunderbar!

 

Baltimore, Washington, Philadelphia, New York

Wir sind grad auf großem Fuß unterwegs, Großstadtzirkus!

In Baltimore sind wir an der Ostküste gestartet. Wir waren sehr begeistert von der Stadt und wohnten in einem tollen Stadtviertel in der Nähe des Inner Habour mit den Museumsschiffen und dem Aquarium. Die Stadt machte auf uns einen entspannten, ruhigen Eindruck und wir fühlten uns allesamt sehr wohl.

Wir haben uns dort ein Auto gekauft (wir sind ein wenig von der Option eines Campers abgekommen und reisen nun mit Auto zu festen Unterkünften, sind somit etwas mehr vor Ort). Wir sind nun stolze Besitzer eines 13-Jahre alten Toyota Sienna, in den all unser Gepäck prima Platz findet und wir auch noch. Und weil wir so viel Gepäckplatz haben, sind die Ladys jetzt mobil unterwegs mit Roller und Radel! Die beiden sind begeistert und so haben sie Baltimore jeden Tag unsicher gemacht!

Da wie nach unserem Autokauf gleich nochmals zur Werkstatt mussten, sind wir jetzt guter Dinge, dass unser Auto ein treuer Begleiter wird!

Ein Ausflug nach Washington durfte nicht fehlen, wobei wir beim ersten allesamt bei 41 Grad schlapp gemacht haben. Somit sind wir nochmals hin bei kühlen 33 Grad. Wir sind am weißen Haus vorbei, spazierten durchs Regierungsviertel und danach durch den Zoo. Auch Washington hinterlässt einen schönen Eindruck, grün und schon noch übersichtlich. Wer Polizei und Feuerwehr gerbe hat, ist hier mit permanenter Polizei-Hubschrauber-Begleitung genau richtig!

Nächster Stop: Philadelphia

Unsere Unterkunft lag in einem Randviertel, eher eines mit aufstrebenden Potential, allerdings erst noch im Beginn, also war das Ankommen etwas speziell… Die Stadt an sich war für uns zum Entdecken auch wieder sehr toll! Viele Parks, auch hier viele restaurierte Stadthäuser, teilweise Kleinstadtcharakter, sehr gemütlich.

Was uns allerdings ziemlich geschockt hat, was das Schwimmbad: Familienschwimmen von 17-18 Uhr (strenger Zeitplan), anfangs saßen alle  Kinder am Beckenrand von dem sehr übersichtlichen Pool mit schöner Betonliegewiese zum Entspannen. Ein kurzer Drill, wie was funktioniert, Trillerpfeife und los ging es… Unsere Mädels und wir sind wohl zu verwöhnt und anderes gewohnt. Immerhin soll es eines der schöneren Schwimmbäder gewesen sein…

Alle Generalproben bestanden: New York – wir kommen. Eine echt stylische Brooklyn-Stadtwohnung empfängt uns. Da New York nun doch nochmal eine Nummer größer war, entschieden wir uns für die Variante Sightseeing mit einem Hop-on/Hop-off Bus. Nachdem wir die Haltestelle endlich fanden, warteten wir schon etwas ungeduldig auf einen dieser Stadtbusse, es hieß ja, sie fahren oft. Nun gut, so oft nun nicht und leider total überfüllt. Reingequetscht standen wir nun in diesem Bus, das einzige was wir sahen, waren unsere Schweißperlen laufen… kleine Fehlinvestition…

Hoch und schnell hinaus ging es im One World Center, zum 102.Stock in einer Minute. Höher, schneller, besser…

Die Aussicht war beeindruckend, und durch einen Plausch (bezüglich passendem Ort fürs Greta stillen) mit dem Gebäude-Manager sind wir ganz zufällig über die priority -Lane ohne Warteschlange nach oben gekommen😊

Wir haben uns sonst eher in die grünen Ecken zurückgezogen – und eine davon der Central Park, die grüne Oase!

Fazit: New York ist uns eine Nummer zu groß und nicht wirklich Familienfreundlich/-tauglich. Aufzüge zu den teilweise echt engen und lauten U-Bahnstationen hat es nicht wirklich oft und der Broadway zu voll für eine gute Bollerwagenstrecke! Trotzdem war es beeindruckend in das Großstadtleben reinzuschnuppern!

Und die Ladys sind echt entspannt und fühlen sich wohl! Und machen einfach ihr Ding! Coole Mäuse😎

1 Uhr nachts in Baltimore…

… das könnte sich nach einem ruhigen Abend anhören, mit einem Glas Wein, gemütlich auf dem Sofa, das Bett wartet schon, die Kinder grunzen leise im Schlaf vor sich hin, alles friedlich…

Wäre da nicht ein gewisser Jetlag von 6 Stunden und einer fehlenden Nacht wegen unseres Fluges vor 2 Tagen. Jetzt sind wir in diesem Ungleichgewicht: Kinder wach, Eltern müde 💤 nach hawaiianischer Uhrzeit ist es ja auch erst 19 Uhr. Mmhh… wir müssen noch ein bisschen warten, bis alle Mäuse müde sind. Zudem brütet Greta ihren 2. Zahn aus. Und auch ihre Mobilität nimmt von Tag zu Tag zu, ein wunderbarer Moment auch jetzt durchs Bett zu kreiseln.

Zeit zum Revue passieren lassen der letzten Tage:

Hawaii – Honolulu: ein buntes, reges Leben erwartete uns in Waikiki, dort geht man auch in Badehose und Bikini durch die Straßen und Geschäfte, auch die Luftmatratze, Schwimmring oder das Surfboard dürfen nicht fehlen. Nett anzuschauen. Zum Waikiki Beach hatten wir nur 5 Minuten zu Fuß. Es hat uns gut gefallen 11 Tage mal wieder großstädtisch unterwegs zu sein, mit Ausflügen ins Hinterland der Insel Oahu. Zu Wasserfällen, einem tollen botanischen Garten, verschiedenen Stränden, Wasserschildkröten von mehr als einen Meter, Farmers Market, Abendstimmung in der Stadt, den Vulkankrater Diamond Head mit einem tollen Ausblick über Honolulu.

und ENDLICH auf unserer Reise haben wir azurblaues Wasser und feine Sandstrände erleben dürfen – traumhaft schön!

Wir haben Hawaii wirklich lieben gelernt. Der Anfang war etwas schwergängig, unsere Hotelbuchung hat nicht geklappt, Appartementwechsel (vom Regen in die Traufe)… doch dann hat es einfach nur Spaß gemacht die Insel zu erkunden, zwei Tage zusammen mit einer Schweizer Familie – wunderbar! Zeit zum Austauschen!

Und was machen wir nun: gesättigt von Hawaii und Honolulu, erkunden wir Baltimore, mit den Mädels das Nachtleben kennenlernen, Olaf arbeitet sich durch alle Formalitäten bezüglich Autokaufs. Denn hier in den USA und Kanada werden wir 4-5 Monate bleiben. Die Ladys  haben auch aufgestockt: sie reisen jetzt mit Radel 🚲 und Roller 🛴 . Und wir brauchen somit ein großes Auto…

Auch hier schmieden wir neue Pläne: was wollen wir sehen, machen, wo wollen wir hin. Viele Ideen. Und ich muss sagen, es macht einfach Spaß! Ich fange an das Reisen zu lieben! Und habe auch schon viele Ideen für unsere nächsten Reisen😉 Die Ladys übrigens auch: sie wollen wieder nach Bali und Fidschi ☀️

 

Hotelurlaub

Seit gestern sind wir nun auf der Halbinsel Denarau bei Nadi in einem – für unsere Verhältnisse – Luxushotel (Olaf konnte mal wieder verhandeln) Gar kein Problem: da wir ja ganz manierlich unterwegs sind und total hoteltauglich, zeigen wir uns hier von der besten Seite:

Zum Abendessen haben sich unsere Mädels mal so richtig in Schale geworfen:

Frida hat sich für ihre gestreifte Merino Langarmunterwäsche entschieden, mit rosa Socken drüber bis zu den Knien hochgezogen, während Lina Tshirt über Pulli und ihr buntes Buff-Tuch als engen Rock über der Einhornleggings wählte. Auch hier nicht zu vergessen die Socken über der Hose, Modell „Antirutsch“.

Nächster Morgen – Frühstück: der Pool hat sicherlich die Hälfte seines Wassers verloren- unsere Mädels schöpften fleißig mit ihrer Gießkanne das Wasser raus um es dann auf Fliesen und Rasen zu verteilen und um Frida die Hände zu waschen, die sie dann aber sofort wieder in die Blumenerde steckte um sie dann wieder waschen zu können. Das Spiel verholte sich gefühlt 1008 Mal, während der Zeit konnten Olaf und ich in Ruhe unseren Kaffee schlürfen. Was will man mehr? Die Mödels hatten ihren Auftrag und die anderen Hotelgäste was zu sehen und zu reden!

Ein weiterer Höhepunkt unseres Tages: wir mussten unser kleines Mietauto wieder abgeben. Leider hatten wir ganz vergessen, dass Frida dort ein Pipi-Unglück passiert ist und die ganze Sitzbank mit Pipi getränkt war. Gar kein Problem: Olaf hat die Sitzbank mal eben ausgebaut, sie ganz selbstverständlich durch die Hotellobby getragen um sie in unserer Dusche auszuwaschen und um die dann mit unserem Bollerwagen wieder durch die Hotellobby zum Auto zu bringen. Während Olaf arbeitete, kümmerte sich Frida um ihre Hautpflege. Mit der Blumenerde aus den Beeten um unsere Terrasse ließ sich nämlich prima Matsche-Creme machen, die dann auch fleißig auf der Haut verteilt wurde. Und die Rasenfläche wurde auch gleich noch mit Pipi gedüngt.

Das Auto sind wir übrigens ohne Probleme (jedenfalls wissen wir noch von keinen) losgeworden trotz triefnasser Sitzbank… 

Dafür hatte Olaf den restlichen Tag nur Pipi-Geruch in der Nase, sodass er meinte auch noch den vermeintlich nach Pipi-riechenden Bollerwagen in unserer Dusche abspülen zu müssen.

Also, man kann’s nicht anders sagen: wir fühlen uns hier richtig wohl! Und das Kugelschreibermuster auf einem unserer Kissen im Bett muss wohl von anderen Kindern sein…

Zurück im Sommer

Die Fidschianer empfingen uns freundlich, sie zeigten sich begeistert von den Ladys, nahmen sie sofort auf den Arm und lachten mit Ihnen. 

Der Flughafen ist klein und übersichtlich, eine 3-Mann-Band spielte Fidschi-Musik. Total nett!

Wir wurden von unserem Hotel am Flughafen abgeholt und fuhren zum Hotel. Wir fuhren und fuhren, tankten zwischendrin, fuhren weiter. Das Gute an der überraschend langen Fahrt: wir sahen einen unglaublich tollen Sonnenuntergang.

Irgendwie war uns das wohl falsch in Erinnerung, dass wir in Stadtnähe sein sollten. Wir landeten ziemlich in der Pampa. Na gut, muss ja nichts schlimmes sein. Angekommen sind wir an einem Hotel mit ziemlich leerem Parkplatz. Keine Gäste in Sicht. Vielleicht grad keine Saison?

Wir warteten noch eine halbe Stunde auf unser Zimmer. Doch busy?

Als Frida dann aufs Klo drängelte, bekamen wir unser Zimmer. Die Anlage lag fast im Dunklen, nicht viel zu sehen. Die Bungalows bieten viel Platz, wenig Möbel, Gemütlichkeit eher weniger.

Im Restaurant seien wir herzlich willkommen gewesen unser Abendessen zu bestellen. Das taten wir, also wir versuchten es. Wir fanden erst einmal niemanden für die Bestellung, vegetarisch war schwierig, keine Restaurant-Alternativen in Sicht.

Gut, schlafen wir eine Nacht drüber…

Der nächste Morgen, Frühstückszeit. Löslicher Pulverkaffee (hatten wir jetzt die letzten 4 Monate), Weißbrot, Kelloggs. Wieder keine weiteren Gäste… Die Hotelanlage macht den Eindruck von wenig Pflege, die Esstische waren nicht sauber und die Poolliegen hatten schon die ein oder andere Latte verloren, Polster gab es keine. 

Das hatten wir uns irgendwie auch anders vorgestellt. Es sollte doch der Urlaub vom Reisen sein, Zeit zum Erholen. Das Hotel hätte den richtigen Namen gehabt: Fiji Relax Resort. Wir träumten uns zurück nach Bali!

Notfallplan: erst einmal mit den Ladys in den Pool und sandeln. Nebenbei einen Mietwagen bestellen, zurück in die Stadt Nadi, Smoothie trinken, Eis essen, Hotelsuche, abends Pizza essen. Fündig geworden: ab Morgen ein neues Quartier☺️ wir freuen uns! Da packen wir gerne noch einmal!

Erinnert hat mich das ganze an den uralt Film Club Las Piranjas mit Hape Kerkeling…

Auf Wiedersehen Neuseeland!

Unsere letzte Nacht in unserem Campermobil liegt hinter uns und Melancholie schwingt in uns. Wir werden noch zwei Nächte in Auckland verbringen und dann gehts auf zur nächsten Station unserer Reise – auf die Fidschi-Inseln (für unsere Ladys ein zweites Bali) ☀️

Wir sind erfüllt mit vielen Eindrücken und Erlebnissen. Wir sind in das Land der Hobbits eingetaucht, haben die geothermal aktiven Zonen rund um Taupo und Rotorua kennengelernt und erfahren dürfen (blubbernde Schlammlöcher haben vor allem die Ladys begeistert), haben den Coromandel Forest Park mit seiner Schönheit auf uns wirken lassen und erlebten am Hot water Beach unseren eigenen Spa-Pool (man grabe sich bei Ebbe ein Loch im Strand, lässt es mit heißem Grundwasser von alleine auffüllen und setzt sich hinein und kocht vor sich hin😉), … 

Wir liebten es frei zu stehen, uns tolle Plätze für unser Wohnmobil zu suchen. Viele von denen hatten eine tolle Atmosphäre nur schon von der Schönheit der Natur!

Wir fanden unser Wohnmobil prima! Es hatte Platz für uns alle, zum Spielen, kochen, basteln, Kaffee und Tee trinken und das sogar alles gleichzeitig. Ein treuer Begleiter! Wir haben es uns so gemütlich gemacht! Wir haben gelacht, geweint, uns geärgert und gefreut, uns ging es gut und es gab miese Laune Tage, Hoch und Tiefs. Und alles durften wir hautnah von einander erleben und haben uns wieder ein Stück mehr oder anders kennengelernt!

Und nun sind wir bereit für neues! Frida wollte heute schon unbedingt zum Flughafen… vorher braucht’s nur leider erst einmal wieder eine Pack- und Aussortieraktion!

Und in einem sind wir uns einig: wir kommen gerne wieder! Es hat so unglaublich schöne Orte hier und dann packen wir die Bikes mit ein☺️

Der Sonne hinter her

Was hätte es schöneres geben können? Wir haben unsere Reiseroute dem Wetter angepasst, halten uns statt im Regen an der Westküste und Landesinneren seit einigen Tagen an der Ostküste bei Hastings und Napier auf. Denn hier ist die SONNE! Wir verbringen die Tage draußen, wandern, spielen, entdecken und freuen uns und fallen abends müde ins Bett! Wie wunderbar!

Genau das hat es für uns gebraucht: Wir haben uns das Tempo raus nehmen lassen, halten hier inne und genießen😊

Wir standen mit unserem Wohnmobil mitten in der Stadt, durften stündlich einem Glockenspiel lauschen, dann wieder direkt am Meer, am Berg (bis wir um 22 Uhr von Rangern wieder runter verwiesen wurden). Wir suchen uns tolle Orte und das macht Spaß und sind (meistens) dabei so nah an der Natur!

Eine Seefahrt, die ist lustig…

Von Picton (Südinsel) nach Wellington (Nordinsel), 3,5h Fährfahrt – ein Klacks, dachten wir…

Der Anfang ging prima: ein großes Abenteuer auf solch einer großen Fähre zu fahren, zwischen vielen LKWs, anderen Campern, Autos – eng an eng – eingeparkt zu sein. Aussteigen, das große Schiff erkunden, aus dem Fenster schauen, evtl. Delphine sehen. Ja, so war ungefähr der Plan.

Geendet hat er in 3,5 schrecklich langen Stunden: einige lautstarke Frustrationskonflikte unserer Töchter (die auch auf solch einem großen Schiff lautstarke Wirkung haben) forderten uns heraus und der nur als leicht eingestufte Seegang drehte uns den Mageninhalt um. Unbeweglich saßen wir auf unseren Sesseln, suchten aufgrund schlechter Sicht manchmal vergeblich den Horizont und ließen uns von dem Hörspiel Henriette Bimmelbahn im hier und jetzt halten…

Wir waren auf unserer Reise bislang noch nie so froh wieder in unser Wohnmobil steigen zu dürfen, und sind uns einig: Fähre fahren ist nichts für uns!

Enpfangen wurden wir – tatarata – mit Regen. Jetzt könnte man denken, wir wären etwas verweichlicht, da wir uns so regensensibel zeigen. Ja, vielleicht sind wir es auch. Allerdings regnet es hier nicht nur mal ein bisschen, sondern es schüttet oftmals ohne Ende.

Auch das eine Feststellung, bei der wir uns einig sind: wir brauchen wieder SONNE.

Herbstlich(t)

Wir sind zur Zeit in Queenstown – mich erinnern die Berge ziemlich an die Davoser Bergwelt. Und da es hier ja grad Herbst ist, leuchten die Farben so bunt – ich finde es wunderschön! Und ich habe das Gefühl, dass ich hier grad richtig Energie auftanken kann! Das ist leider bei Olaf nicht so sehr der Fall: er hatte ziemlich mit Magenbeschwerden zu kämpfen, was ihn dazu bewogen hat wieder zu fasten (mit abendlichen Ausrutschern ins Schokoladenfach-die andere Art des Fastens!?). Doch auch damit fühlt er sich noch nicht richtig wohl und er hat manchmal leider ziemliche Durchhänger!

Wir genießen unser großes Wohnmobil, haben hier Platz, ohne dass wir ständig alles von links nach rechts räumen müssen! Die Mädels hatten sogar gestern mit Olaf einen tollen Bastelnachmittag/-Abend! Luxusmäßig viel Platz! Trotzdem zieht es uns natürlich nach draußen und wir verbringen auch hier die meiste Zeit im Freien oder bei Regen im Museum (das haben wir für uns entdeckt, denn es macht allen Spaß) oder mal im Schwimmbad!

Auch die Mädels werden wieder neu geprägt vom Wohnmobil-Reisen. Das Wort Dumping-Point ist fest in den Wortschatz gewandert und für beide höchst spannend zuzuschauen, wenn ihre Klobox ausgeleert wird  (Olaf und ich bevorzugen die Natur). Da kommen dann hilfreiche Tips wie „ ihr müsst mit mehr Wasser ausspülen“, „wir brauchen eine größere Box“, und vielen Fragen warum, wieso, weshalb…

Ich fange für mich langsam an zu verstehen oder bekomme eine Idee davon, was es eigentlich heißt sich seinem Partner „zu zumuten“. Den Mut haben Olaf teilhaben zu lassen, was in mir vorgeht, mit allem, was sich da zeigt und was hochkommt, und auch den Mut zu haben seine Reaktion entgegenzunehmen. Und auch zu akzeptieren, dass das nicht immer alles positiv und harmonisch ist, weder meine Gedanken noch seine Reaktionen. Aber es ist so wichtig und elementar, dass wir dafür wohl erst auf die andere Seite der Weltkugel fliegen mussten um anzufangen das zu verstehen…

 

Zeit

Unsere erste Woche Neuseeland liegt schon hinter uns. Wir haben eine Woche Christchurch erleben dürfen und haben noch nicht das Gefühl weiterziehen zu müssen. Es gefällt uns hier. Die Stadt bietet ein Kontrastbild zwischen modernen Neubauten, zahlreichen Baustellen und vom Erdbeben 2011 noch vielen zerstörten Gebäuden. Ich glaube, ich habe eine Stadt noch nie so dynamisch wahrgenommen wie hier. Es ist so viel in Bewegung und am Entstehen und trotzdem wirkt es ruhig und gelassen.

Wir sind die letzten Tage ein wenig in die Vergangenheit gereist: sind mehrmals mit 70-80 Jahre alten Trambahnen gefahren, in einem Freilichtmuseum bekamen wir einen Eindruck in das Leben aus den 20ern und 30ern und im Canterbury Museum haben wir einiges über die Maori gelernt, die Urbevölkerung Neuseelands. Dort wurden auch viele kleine Forscherexperimente zum Thema Licht angeboten. Sehr spannend! Zudem konnten Olaf und ich zweimal in einem netten Straßencafé unseren Kaffee ganz in Ruhe in der Sonne genießen, während sich unsere Ladys ununterbrochen in Phantasiespielerei wiederfanden.

Eine tolle Woche!!

Direkt hinter Christchurch beginnen die Berge oder besser gesagt noch Hügel, aber prima zum wandern. Es hat Ähnlichkeit mit den Alpen, es gibt tolle Wanderwege, ein Haufen Mountainbiketrails und wunderschöne Ausblicke. Und keine giftigen Tiere – ich muss sagen, dass mich das Wissen um tödlich-giftige Schlangen und Spinnen 🕷 in Australien doch eingeschränkt hat. Denn nun können wir die Mädels wieder ohne Bedenken oder Verbote durch Gras, Hecken oder Sträucher sträunern lassen. Ja, ich fühl mich wieder freier in meinem/unserem Bewegungsraum.

Es ist schön die Orte und die Welt ein Stück weit kennenzulernen, doch das, was es ausmacht ist das gemeinsame Erleben und unsere Entwicklung, unsere Reise zu uns und in unsere Familie! Und da lassen es uns gekochte Kässpatzen hier in Neuseeland ganz Zuhause fühlen!

Die Zeit ist da und wir können alles reinfüllen, was wir mitnehmen wollen!

Stürmische Zeiten auch ohne Wind

Melbourne liegt hinter uns, auch unser erster nächtlicher Autobahnparkplatz (war nicht lauter als am Meer und Frida und Lina konnten ganz viele Autos schauen😉) und wir sind auf der Great Ocean Road angekommen. Wir wurden mit einem tollen nächtlichen Stellplatz verwöhnt mit Blick aufs Meer und auf den aufgehenden Vollmond! Schon der Nachmittagskaffee hatte Ausblick auf rote Felsklippen! Wie wunderbar!

Die Temperaturen sind mittlerweile deutlich kühler,vor allem nachts. Wir haben alle 4 Schlafsäcke ausgepackt, etwas dickere Klamottis gekauft und ich freue mich riesig über mein einziges Paar Wollsocken, das ich dabei hab!

Da wir zwischendrin schon ziemlich wechselhaftes und stürmisches  Aprilwetter hatten, nimmt die Zeit, die wir in unserem Camper verbringen, etwas zu. Aber es ist so, als ob wir langsam besser reinpassen würden, als ob wir nicht mehr so viel Platz bräuchten oder als ob wir kleiner geworden wären. Wir hatten nun schon einige gemütliche Nachmittage oder Vormittage in unserem kleinen Zuhause!

Wir haben auch wieder viel neues im „Gepäck“: Zwergpinguine, die zum Sonnenuntergang aus dem Meer in ihren Bau watscheln (Pinguine müssen ein ziemliches anstrengendes Leben haben, finden wir: tagsüber schwimmen sie etliche Kilometer im Meer, suchen sich Fische, müssen im Dunkeln heim, oft noch einen Hügel hoch, die Federn austrocknen, schlafen und dann vor Sonnensaufgang wieder ins Meer), da haben es die Seelöwen schon besser-liegen in der Sonne oder die Koalas, die mehr als die Hälfte des Tages schlafen. Es begleiteten uns auch viele Wallabies,  bunt gefärbte Papageien, ein Wombat (da hoffe ich noch darauf mehr von denen zu sehen), Australische Graugänse, Trauerschwäne, Pelikane, Echidna (Igeltiere) …

Und hier einen Einblick in das prägende Campingdasein:

Lina sitzt auf einem Treppengeländer und sagt: „Wie ein Plumpsklo und dann kackt man runter…“

Und weitere Dialoge:

Lina und Frida sitzen im Auto vorne und schauen auf die Straße und Baustelle.  (hier in Australien gibt es übrigens kaum Baustellen-Ampeln, dafür aber  von uns so genannte Ampelmänner: eine Person , die ein rundes Schild in der Hand hält mit Stop und auf der anderen Seite Slow und damit den Verkehr regeln). Lina zu Frida: „magst du später, wenn du groß bist, mal ein Ämpelman werden?“

Lina und Frida sind beim ins Bett bringen noch so wild und es übersteigt unser räumliches Dasein und unsere Geduld. Lina zu mir: „Mama, Kinder sind so! Und meine Puppi kriegst du nicht!“

Frida sitzt beim Frühstück auf meinem Schoß und schmiert meine Hose mit ihren  Nutella-Patschehändchen voll, ich werde ziemlich sauer, da ich die Hose grad frisch  angezogen habe und versuche die Flecken rauszuwaschen. Frida zu mir: „geht doch eh nicht raus!“

Ja, wir haben eine gute Zeit zusammen!

 

Stürmisch war es für Olaf und mich. Wir stellten uns die wesentlichen Fragen, warum wir reisen, wenn es doch auch anstrengend wird (es ist was anderes als Urlaub) und was das Reisen für jeden von uns ausmacht. Auch stellte sich uns die Frage, mit wem wir hier eigentlich reisen. Wer ist derjenige, mit dem ich nun durchweg meine Zeit verbringe. Wir sind nicht mehr die beiden, die ihre Zeit nur auf dem Rad, in den Bergen, möglichst immer sportlich unterwegs verbringen, ehrgeizig einem TransAlpZiel hinterher rasen. Wer sind wir denn eigentlich jetzt? Unseren äußeren Rahmen oder Raum haben wir ja hinter uns gelassen, unausgesprochene Probleme sind treu ins Reisegepäck geschlichen. Nun stehen wir vor uns und müssen uns doch auch erst wieder finden. Zeit genug haben wir!

Wir sind ein Stück weiter…

– einen Entwicklungsschub bei Frida: auf einmal läuft, springt und wandert sie wie ein kleines Einhorn (vorher waren ihre Beine immer „kaputt“ und konnten nicht laufen und sie musste viel getragen werden)

– auch Greta durchläuft so ihre Phasen, sie fängt an zu erzählen, wenn sie mal die Gelegenheit bei ihren Schwestern bekommt und freut sich über die Laute, die sie von sich gibt. Derzeit steckt sie (hoffentlich) auch wieder oder noch in einer Wachstumsphase, da die Nächte grad wenig Schlaf haben und viel gestillt werden muss. Hoffentlich deswegen, weil Phasen ja auch wieder vorübergehen und ich mir dann wieder gute Nächte wünsche

– Lina ist in einer beeindruckenden Phantasiewelt. Sie hat mir auf unserer  Wanderung auf dem Rückweg sicherlich eine halbe Stunde etwas aus ihrer Welt erzählte, Erlebnisse unserer Reise ausgemalt mit ihrer Phantasie-unglaublich schön zum zuhören!

– geographisch sind wir auch wieder ein Stück weiter, derzeit in den Blue Mountains (im “hinterländ“ von Sydney) auf dem Runterweg Richtung Melbourne

– Olaf ist, was seinen Computer angeht auch ein Stück weiter-so hofft er. Er hatte schließlich 1,5 Tage „für sich“, die er gezwungenermaßen im apple Shop verbracht hat. Allerdings sieht er es irgendwie nicht so als einen day off…

– auch ich bin ein Stück weiter. Mir kam letzte Wocge verstärkt die Frage, warum machen wir jetzt eigentlich diese Reise? Natürlich haben wir uns das auch schon zu Hause in der Theorie überlegt, aber da waren wir auch noch nicht unterwegs und haben nicht das Vermissen unserer Familien und Freunde in uns getragen.

Für mich gab es zwei Schlüsselerlebnisse bisher: auf Bali trafen wir eine wunderbar herzliche alte Dame aus England – ins Linas Worten eine tolle Oma – die sehr an den Mädels interessiert war. Zum Abschied sagte sie zu Lina unter anderem einen Satz, der mich sehr berührte: ich wünsche dir ein wundervolles Leben!

Das zweite Erlebnis waren die kleinen Schildkrötenbabys, in deren Leben wir ganz kurz stille Zuschauer und Begleiter sein durften, bis sie im dunklen Meer verschwanden.

Es zeigte mir so deutlich, dass unser Leben endlich ist. Wir haben es jetzt, jede Sekunde tragen wir in uns und genau das ist es: wir leben! Wir entfernen uns auf dieser Reise Stück für Stück vom Funktionieren, lassen den Alltag hinter uns, von dem wir uns so begrenzen lassen haben und das wesentliche oft nicht mehr gesehen haben.

Stück für Stück.. und Vermissen und Heimweh werden ein schöner Begleiter, den wir gerne in uns tragen!

Immer noch im Camper

Mittlerweile liegt die größte Bewährungsprobe hinter uns: 2,5 Tage Regen, also richtiger Regen!

Das schöne: es war nicht kalt, nur nass. Das herausfordernde: wir alle 5 im Camper, nasse Klamotten ohne Ende, fehlende Aufhängekapazitäten, etwas dünne Nerven meinerseits.

Ein tolles Eisenbahnmuseum hat es uns allerdings etwas erleichtert (immerhin bis zu dem Punkt, an dem Fridi ihren Wutanfall bekam, da sie nicht die gelbe Warnweste mitnehmen durfte).

Wir haben die Zeit auch zum weiterfahren genutzt und sind mittlerweile nördlich von Brisbane, sind mal von der Küste abgebogen ins Hinterland (auch das heißt hier hinterland), waren von der Weite und der Größe beeindruckt, auch von der grünen strahlenden Natur, der Einsamkeit, die mich allerdings immer wieder etwas befremdet.

Die Mädels sind super Auto gefahren, vielleicht waren sie froh mal nicht draußen zu sein. Sie haben die „Indoorzeit“ genossen. Zwischendrin haben wir Barbecue im Regen gemacht und am Abend flying Foxes beobachtet.

Also, wir denken, diese Bewährungsprobe haben wir bestanden und sind ein Stück weiter mit unserem Bus „gewachsen“.

Morgen steht ein Ausflug nach Fraser Island bevor, unser erster Ganz-Tages-Ausflug mit Start um 7:30. Bis auf die Flugtage leben wir größtenteils ohne Termine, mit nur wenig Zeitvorgaben von außen, was sehr schön ist. Jeder Tag im neuen Licht, jeder Tag ein neuer Reisetag. Uns geht es sehr gut, auch wenn es gerade für mich ein auf und ab ist, wir kommen an unsere eigenen Grenzen (ich zumindest!), haben Konflikte, versuchen sie zu lösen und weiterzugehen. Es fühlt sich gut an, manchmal kommt ein Flow, und dann verpassen wir auch wieder eine Welle und landen im Wasser. Aber es zieht uns nicht zurück. Wir sind zusammen und manchmal gelingt es uns auch einfach zu beobachten und lassen uns von den Kinderaugen leiten hin zu tollen Muscheln, Sand schaufeln, Phantasiespielen und kleinen Krabbeltieren.

Und es macht uns glücklich Nachrichten aus der Heimat zu bekommen!

 

Das Camperleben zu fünft…

… ist abenteuerlich, eng, gemütlich, nervig, sandig, lustig, in der Natur, ruhig, anstrengend, leise, abwechslungsreich, unabhängig, warm… und  in erster Linie etwas chaotisch würd ich nach anderthalb Wochen behaupten!

Es ist toll. Gerade an Tagen wie heute: unsere direkten Nachbarn sind die Kängurus, wir haben einen wahnsinns Sternenhimmel, Blick aufs Meer, hören im Dunkeln das Meeresrauschen… und trotzdem fühlt es sich für mich auch immer wieder anstrengend an. Ich bin oft am suchen, bekomme manchmal einen Rappel, wenn wir alle 5 im Camper sitzen (zum Glück hatten wir bisher erst einen Regen/Gewitter-Abend), es dauert zu fünft vieles oder alles 3 Mal so lang, Olaf und ich lernen viele Toiletten kennen und verbringen mit den Mädels an manchen Tagen gefühlt Stunden darin, bis alle mal alle Geschäfte erledigt haben, bis wir nach dem Frühstück am Strand ankommen, hat der erste schon wieder Hunger, schlechte Laune oder ist müde. Eigentlich normaler Alltag, aber ich muss für mich noch meinen Rhythmus finden bzw. wir auch unseren gemeinsamen. Mir fallen die Platzwechsel auch noch nicht so leicht, ich habe jetzt gelernt, dass auch ich eine Ankommensphase habe, die oft eine Nacht braucht, bis ich mich wohl oder ruhiger fühle – bis ich die schönen Dinge wieder sehe und wertschätzen kann.

Greta ist übrigens das entspannteste Campingbaby überhaupt!! Total super!

Und wie ist Australien:

Sydney ziemlich windig, eine Surfer- und Barbecue-Nation, warm, freundlich, tolle Strände, manchmal wirkt es verlassen, die Leute sind eben nicht auf den Straßen oder in ihren Gärten zu sehen (es gibt oft genug gar keine Gehwege), auf den Highways fahren auch Rennradfahrer oder es laufen die Jogger, manchmal sehr trockene Abschnitte und dann wieder wilder Regenwald bis zum Strand, eine tolle Vogelwelt gibts hier, es wirkt alles sehr korrekt und geregelt, groß…

 

Sydney empfängt uns kalt und windig

Wir sind in Australien angekommen mit viel zu wenig Schlaf, denn unser Flug war nachts. Das hat den Vorteil, dass unsere Mäuse schlafen, wir allerdings nicht… Aber Lini durfte sogar nach der Landung zum Pilot vor und ich somit auch – sehr spannend! Im Cockpit war ich noch nie!

Sydney hat uns mit ziemlich kalten Wetter, Wind und eisigen Taxipreisen empfangen. Wir waren etwas wehmütig und ich wollte ehrlich gesagt zurück nach Bali!

Unsere Unterkunft in einem Vortort von Sydney zeigte sich anfangs sehr schön, sie erinnerte mich gleichzeitig an mein WG-Zimmer aus Hannover und an ein dänisches Ferienhaus, Lina erinnerte sie an unser Haus in Holzkirchen. Es kam allerdings noch zu einem Zwischenumzug zu einer ehemaligen Arbeitskollegen von Olaf aufgrund ungeklärter ziemlich lauter Störgeräusche im Haus, vermutlich aus irgendwelcher alten Wasserleitungen… einerseits leider, denn es war schnell zu unserem neuen Reich geworden, andererseits haben wir durch den Umzug upgegradet und befanden uns auf einmal in erster Reihe am Wasser mit Blick auf die Habour Bridge. Ganz unverhofft!

An unserem ersten Tag haben wir übrigens auch gleich unseren Campervan gefunden – gemietet und nicht gekauft! Gut so!

Sydney als Stadt hat uns gut gefallen, es ist toll, weil es so viel Wasser um sich herum hat, die Fähren somit als öffentliche Verkehrsmittel gelten und es einige Strände rund um die Stadt bietet.

Natürlich haben wir auch die Oper angeschaut ( finde ich allerdings aus nächster Nähe sehr hässlich, aber mit der richtigen Entfernung und Sonneneinstrahlung hat es schon eine gewisse Wirkung). Beeindruckt hat uns der botanische Garten, in dem es tolle Bäume hat, an denen wir uns nicht satt sehen konnten.

Mittlerweile haben wir Sydney schon hinter uns gelassen und stehen mit unserem Campervan weiter nördlich der Stadt auf einem Campingplatz am Strand!

Wie ist es uns ergangen bisher in Down under: zwischendrin waren wir schon etwas down under – die fehlende Nacht durch den Flug steckte Olaf und mir ziemlich in den Knochen und wir waren einfach müde und somit nicht sonderlich entspannt.

Die Mädels haben dass Stadtleben wieder echt super miterkundet: Zug und Fähre fahren, die Stadtparks, durch Down Towns Straßen, Rush hour am Bahngleis mit Bollerwagen und schlafender Frida drin. Greta fand den Wind nicht immer toll, auch hat sie zwischenzeitlich von ihrem 10h Nachtschlaf etwas Abstand genommen, aber es passiert auch grad mit ihren nun 3 Monaten auch eine Menge. Sie strahlt und lacht, beobachtet Ihr Umgebung, fängt an sich zu drehen (versucht es zumindest) und möchte beschäftigt werden.

Für mich war Sydney gut, aber als Großstadt auch wieder recht laut – das strengt mich etwas an. Allerdings war es auch schön kleine gemütliche Cafés zu entdecken (von außen versteht sich, es fehlten durchweg die Kinderecken😉) und die Stadt zu erleben. Denn das haben wir! Nach einer Woche drängte es mich nun raus aus der Stadt, rein in unseren Campervan.

Und auch da sind wir uns gerade am anfreunden, ankommen, zur Ruhe kommen…

Immer noch auf Bali

… und wir können auch schon sagen, dass wir gern noch länger als die 2 Wochen hier bleiben würden. Es ist ein schönes Leben hier – wie gesagt alles langsamer, ruhiger und die Menschen wirken zufrieden, sind sehr freundlich und hilfsbereit ( nicht nur, wenn sie einen in ihr Shop locken wollen).

Die Ausflüge haben uns mittlerweile ein bisschen was vom Land gezeigt, allerdings eher im kleineren Umkreis – hier braucht man für 15 Kilometer eine Stunde… also, bleibt genug Zeit um aus dem Fenster zu schauen. Den Straßenverkehr hab ich allerdings bis jetzt noch nicht verstanden – für mein Verständnis völlig chaotisch, aber es funktioniert trotzdem oder gerade deswegen… An den Straßen reiht sich ein Geschäft nach dem nächsten, oft auch 10 nebeneinander vom gleichen Gewerbe, zwischendrin immer kleine Essens- oder Obststände und nicht zu vergessen die Tankregale mit 1-Liter-Benzinflaschen für die Roller, denn die gibts hier ohne Ende –  letztendlich ist man mit einem Roller auch viel mobiler und schneller, denn Parkplätze oder gar Gehwegen sind praktisch nicht vorhanden und auf einen Roller passt schließlich auch die ganze Familie!

Es hat hier eine tolle Natur, grüne Reisfelder, dichter Regenwald, viele Kokosnuss-Palmen, Bananenpflanzen, eine bunte Blumenwelt – diese kräftigen Farben sind beeindruckend schön! Wir haben auch einen tollen Wasserfall besucht – leider war es nur nebenbei total vermüllt. Das ist das traurige – überall Plastikmüll!

Wie ist es uns bisher weiter ergangen? Ich  finde gut, jeder findet auch Zeit für sich und merkt es, wenn er sie braucht. Wir finden gute Absprachen und wie es viele vielleicht auch kennen: sind die Kinder zufrieden, sind es die Eltern auch. Und unsere Mädels wirken sehr glücklich, unser Spielzeug haben wir bisher so gut wie nicht gebraucht, außer das Sandspielzeug! Es gefällt uns allen, dass das Leben hier draußen stattfindet und wir so intensiv die Zeit miteinander – mit uns – erleben dürfen!

Und Schnee können wir uns definitiv grad nicht vorstellen!

Gestern waren wir zu Linis „Sommer“-Geburtstag hier im Zoo – auch wieder ein Erlebnis der Gegensätze. Ein Riesengelände mit einem neueren Teil, zu dem ein Safaribus fährt – allerdings sieht man auch von dem die Tiere nicht besser, denn es waren teilweise gar keine da. Mir wird Fridas Satz in Erinnerung bleiben: „sieht gar nichts“.  Der älteren Teil beeindruckt mit großen Krokidilen, Papageien und Gibbon-Affen, gefühlt jede 5 min ein Restaurant oder Snackstand. Allerdings fehlten dafür die Besucher. Wir haben wohl den Besucher-Zeitrekord aufgestellt, denn wir waren am Abend die letzten (schließlich mussten wir die Tiere suchen bzw. haben uns im Hinweisschilder-Dickicht etwas verlaufen). Aber trotz allem ein tolles Erlebnis mit Elefanten streicheln!!!

Nun bleiben uns noch 3 Tage und dann gehts nach Sydney…

Bali – eine Insel der Gegensätze

Wir sind mittlerweile (schon) seit 6 Tagen auf Bali und fühlen uns hier sehr wohl!

Der Flug hier her ging sehr gut, den haben alle mehr oder weniger verschlafen! Mit dem Taxi gings dann ins Hotel – ein kleiner Einblick wie der chaotische Straßenverkehr doch irgendwie funktioniert😉

Der erste Tag war stimmungsmäßig sehr durchmischt. Auch hier brauchten wir erst einmal unsere Zeit zum ankommen, zurechtfinden, wohl fühlen. Das haben wir dann auch bis zum nächsten Tag geschafft und haben uns tempomäßig an die balinesische Bevölkerung versucht anzupassen – alles etwas langsamer (selbst die Kaffeemaschine läuft hier langsamer).  Verständlich bei den Temperaturen, wobei gerade Regenzeit ist und wir zwischendrin bei warmen Sommerregen etwas abkühlen. Da können dann aber auch Regenmassen vom Himmel kommen – die Dachrinne unseres Bungalows hat denen nicht standgehalten.

Das langsame Tempo ist allerdings auch die Herausforderung, das Nichts-tun, wobei ganz ehrlich: wann tut man mal nichts mit den drei Ladys!? Es ist auch das Annehmen, von dem, was grad ist, wie es ist, das schöne zu sehen, zu beobachten und dann fällt auf, wie gegensätzlich sich Bali zeigt. Es gibt die Luxushotelanlagen zwischen leer stehenden und langsam herunterkommenden Gebäuden, Strandabschnitte, die sehr gepflegt sind und dann wieder Ecken mit Müll und Dreck, überall findet und sieht man die Opfergabenschalen an den Statuen und kleinen bis größeren Tempeln, die am Tag mehrfach verteilt werden, aber auch die, die schon leicht verrotten. Und dann ist es wiederum nicht selten zu sehen, einzelne Balinesen mit kleinen Besen kleine Bereiche zu kehren, wo der Unterschied vielleicht im Großen und Ganzen nicht auffallen würde.

Wir werden uns weiter üben im LangsamSein, versuchen loszulassen und freuen uns über die kleinen Dinge wie unserem Gecko in der Klimaanlage und lustig winzigen Strandkrebsen!